Gut erreichbar und doch so ruhig

Um das Kerngebiet des Schwenninger Mooses führt ein Wanderweg durch Fichten- und Birkenwald, von dem aus man teilweise auf die freie Moorfläche sehen kann. Mal geht man in der wärmenden Sonne, mal im kühlen Schatten. Angenehm summen Bienen und andere Insekten hier zwischen April und Oktober.

Die Wege sind befestigt, teils sogar asphaltiert; der Rundweg um den "See" ist auf einem Holzsteg – allerdings nur als Fußgänger – begehbar. Von hier aus kann man die sich regenerierende Vegetation des Moors aus der Nähe ansehen, ohne widerrechtlich das Moor zu betreten oder zu schädigen.


Moorufer (linkes Bild). Vegetation entlang des Fichten- und Birkenwaldes (Mitte). Asphaltierter Weg (rechtes Bild)


Das Moor liegt auf der Europäischen Wasserscheide zwischen Donau und Rhein auf der Baar über Letten des Gipskeupers mit Neckarquelle. Das einstige Hochmoor ist durch jahrhundertelangen Torfabbau zerstört worden. Das neu entstandene Landschaftsbild mit den verheideten Flächen im Wechsel mit Birken-Moorwald und Grauweiden-Gebüsch ist als Erholungsgebiet auch heute noch wertvoll.

Erstaunlich ist, trotz der Nähe zu viel befahrenen Bundesstraßen, die Ruhe auf dem Weg und am Moor. Ein großer Teil des Weges verläuft entlang der ehemaligen Grenze zwischen Württemberg und Baden. 

Schwenninger Moos Panorama
Schwenninger Moos mit Steg


Informationstafeln vermitteln Wissenswertes

Schautafeln machen Besucherinnen und Besucher kundig in Vogelarten und informieren über Grenzsteine bzw. Grenzgräben auf dem Moor.
Im Moor gibt es über 400 verschiedene Pflanzenarten. Darunter sind viele gefährdete Pflanzen. In den nassen Bereichen wachsen zum Beispiel Sumpf-Veilchen, Sumpf-Blutaugen und das Schmalblättrige Wollgras. Die trockenen Bereiche werden zum Beispiel von der Heide-Nelke, Teufelskrallen und Blassgelbem Klee bewohnt. Da es im Moor wenig Nährstoffe gibt, gehen einige Pflanzen, zum Beispiel das Heidekraut, eine Symbiose mit Pilzen ein. Fleischfressende Pflanzen wie der Verkannte Wasserschlauch erhalten Stickstoff, Phosphor und andere Nährstoffe.

Torfmoose sind die wichtigsten Pflanzen im Moor. Sie sind optimale Wasserspeicher, da sie kleine lebende Zellen besitzen die Photosynthese betreiben und große tote Zellen die Wasser speichern können. Das Sphagnum-Torf zum Beispiel kann einen Wassergehalt über 90 % enthalten. Durch diese Eigenschaft können sie den gesamten Wasserhaushalt des Moores regulieren. Torfmoose sind außerdem effektive Nährstoffsammler. Moose sind auf Regenwasser angewiesen, da sie keine Wurzeln besitzen. Das Moos bindet Nährstoffe an seine Zellwand und gibt während dessen Protonen ab, weshalb der Moorboden sauer wird.  


Viel Wissenswertes erfährt man durch die Informationstafeln entlang des Weges (linkes Bild)


Gut zugänglich

Parken kann man an der Kunsteisbahn Villingen-Schwenningen, HELIOS Arena genannt (Zum Mooswäldle 7-9, 78054 Villingen-Schwenningen), welches das Stadion der Schwenninger Wild Wings ist. Von dort wählt man als Fußgänger oder Radfahrer den linken der beiden Wege. Etwa 900 m Fußweg spart man sich, wenn man direkt am Stausee parkt (von der HELIOS Arena aus auf dem rechten der beiden Wege fahren und folgende Adresse ansteuern: Moos 6, 78056 Villingen-Schwenningen).

 

Rollstuhlwandern ist möglich – ein familienfreundlicher Weg

Vom Großparkplatz am Fußballstadion (Gustav-Strohm-Stadion, Bauchenberg 3, 78056 Villingen-Schwenningen) führt ein asphaltierter Fußweg direkt zum Beginn des Moorlehrpfades am See. Die Empfehlung ist, dem Rundweg nach rechts zu folgen – vorbei am Infopavillion mit Bildern und Texten über das Naturschutzgebiet Schwenninger Moos weiter am Seeufer des Neuen Moosweihers entlang bis zum Neckarursprung, der sich im See befindet. Auf der ist eine leichten, fast ebenen Wanderung gewinnt man gute Einblicke in die abwechslungsreiche Moorlandschaft. Diese Eindrücke lassen sich anhand der vielen informativen Schautafeln auf dem Moor-Lehrpfad vertiefen.

Tour: ca. 3,5 km (Rundweg), befestigter Weg (teils Bohlenweg, teils Waldweg)
Im griechischen Restaurant "Waldeslust" können Wanderer Durst und Hunger stillen. 


TIPP:
Im Schwenninger Moos beginnt auch der Fernwanderweg "Neckarweg", der dem Neckarlauf bis zur Mündung in Mannheim folgt. 

 

Textquellen: Homepage www.rollstuhlwandern-in-bw.de; Homepage Wikipedia
Fotos: © Monika Paj 2020