Drei Epochen. Ein Ort.

Die auf dem Gebäude schon von weitem erkennbaren Lettern fassen anschaulich zusammen, was den Besucher im 1992 eröffneten Dominikanermuseum, dem Zweigmuseum des Landesmuseums Württemberg, erwartet: über Rottweil und die umliegende Region über drei Epochen hinweg viele Eindrücke zu gewinnen.

Dominikanermuseum - drei Abteilungen 

Ausgrabungsfunde der einzigen römischen Stadt Baden-Württembergs (Abteilung "römisches rottweil"), herausragende Holzbildwerke und Altarblätter von bedeutenden schwäbischen Bildhauern der Spätgotik (Abt. "Sammlung Dursch") und wechselnde Ausstellungen zur Gegenwartskunst (Abt. "kunst raum rottweil") geben Einblick in die drei Epochen.

Während im "kunst raum rottweil" zuletzt Stahlplastiken des Rottweiler Künstlers Jürgen Knubben anlässlich seines 65 Geburtstages präsentiert wurden - die neue Ausstellung "Kunst im Kreis III. Kompositionen und Konzepte" konnte leider noch nicht eröffnet werden - beinhaltet der Ausstellungsteil "arae flaviae" historische, kleine wie große Fundstücke aus der Zeit der Entstehung der römischen Kastelle und Militärlager ab 70 n. Chr.  Die in 2011 neu konzipierte Ausstellung beherbergt das 1834 in einem Hofgut in Rottweil-Altstadt gefundene Mosaik des Orpheus, das den Fußboden einer römischen Villa in "Arae Flaviae" zierte. Mosaike waren nicht nur in Rottweil, sondern generell für die Römerzeit in Baden-Württemberg von zentraler Bedeutung. Auch die Schreibtafel, auf der Rottweil am 4. August 186 n. Chr. als Stadt (municipium) bezeichnet wird, ist hier zu sehen. Zahlreiche weitere Exponate, wie z. B. ein Umschalthahn für warmes und kaltes Wasser oder auch die Ausstellungsstücke zum Bade- und Heizwesen dokumentieren die hohe technische Entwicklung der römischen Kultur. In dieser Ausstellung gewinnt man einen Einblick in das Leben der Zivilisten und Soldaten in dieser Zeit. Ergänzend dazu lohnt es sich, das Römische Legionsbad zu besichtigen.

Ebenfalls neu konzipiert wurde die "Sammlung Dursch", die zu den überregional bedeutenden Ausstellungsstätten gotischer Sakralkunst zählt.
Dr. Johann Georg Martin Dursch war von 1850 bis zu seinem Tod (1881) Stadtpfarrer und Dekan in Rottweil. Schon während seiner Zeit als Gymnasiallehrer sammelte er mittelalterliche Kunstwerke. Sein Ziel war es, Objekte, die durch die Modernisierung von Kirchen bzw. im Rahmen der Säkularisation keine Verwendung mehr fanden, zu "retten". Als er nach Rottweil kam, brachte er seine beachtliche Sammlung mit. Diese fand in der Lorenzkapelle eine neue Heimat. In den Besitz der Stadt Rottweil gelangte sie, als König Wilhelm I. von Württemberg die Sammlung kaufte und sie der Stadt schenkte.

Die etwa 180 Holzbildwerke und Altarblätter des 13. bis frühen 17. Jahrhunderts umfassende Sammlung wurde 2019 neu präsentiert. Nach modernen Museumsstandards konzipiert, führen die Gänge und Wege besucherfreundlich durch die imposanten Kunstwerke. Mit prägnanten Überschriften und kräftigen Farben wird der Besucher abgeholt, inhaltlich sowie emotional. Kleine Besucherinnen und Besucher sollen Mitmach-Stationen und ein Familienheft zur Auseinandersetzung mit dieser Epoche anregen.

 

Adresse:
Kriegsdamm 4, 78628 Rottweil, Tel.: 0741 7662

Öffnungszeiten: Di – So 10 bis 17 Uhr, an besonderen Feiertagen geschlossen
Eintritt: Erwachsene 5,00 €, Familienkarte 8,00 €, unter 18 Jahren frei

Am dritten Sonntag im Monat: öffentliche Führung (2,00 € zzgl. Eintritt, unter 18 Jahren frei)

 

Quellen: Flyer der Stadt Rottweil "Kunst & Museen in Rottweil"; Pressemitteilung des Dominkanermuseums "Arae Flaviae überarbeitet" vom 05.07.2011 auf der Homepage der Stadt Rottweil; Homepage des Dominikanermuseum Rottweil; Flyer "Städtische Museen Jahresprogramm 2020"
Fotos: © Monika Paj 2020